Kurz: Messehallen liegen oft unter 30 Prozent relativer Luftfeuchte, während 40 bis 60 Prozent der Zielbereich wären. Über 3 Messetage summiert sich das zu einem sichtbaren Unterschied im Hautbild.
Hannover hat eines der größten Messegelände der Welt. Wer hier arbeitet, verbringt in Messewochen 8 bis 12 Stunden am Tag in diesem Klima.
Warum die Luft so trocken ist
Große Hallenvolumen werden beheizt oder gekühlt und die Luft dabei umgewälzt. Feuchtigkeit wird selten zugeführt, weil sie in dieser Größenordnung technisch aufwendig ist.
Dazu kommen Zugluft an Toren, punktuelle Wärme durch Beleuchtung und ein hoher Anteil an Sprechzeit. Alles drei erhöht den Wasserverlust.
| Faktor | Wirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Luftfeuchte unter 30 Prozent | schneller Wasserverlust über die Haut | zwei Pflegeschichten, Lippenstift dabei |
| 8 bis 12 Stunden Aufenthalt | keine Erholungsphase am Tag | Pause außerhalb der Halle |
| Zugluft an Toren | punktuelle Austrocknung, Augenreizung | Standposition wechseln |
| viel Sprechen | Lippen trocknen zusätzlich | alle 1 bis 2 Stunden nachlegen |
| Kontaktlinsen | Trockenheitsgefühl, Rötung | Tragezeit um 2 bis 3 Stunden kürzen |
Die Routine für eine Messewoche
- Morgens zwei Schichten. Erst ein wasserbindender Stoff auf die noch feuchte Haut, dann eine abdichtende Schicht darüber.
- Lippenstift mit hohem Wachsanteil, alle 1 bis 2 Stunden.
- Mittags einmal raus. 10 Minuten außerhalb der Halle unterbrechen den Dauerreiz.
- Abends doppelt reinigen, weil sich Staub aus Teppich und Aufbau auf der Haut sammelt.
- Keine neuen Wirkstoffe während der Messewoche. Säuren und Retinoide treffen eine belastete Barriere.
Make-up, das durchhält
Der Fehler ist auch hier die dicke Schicht. Bei Hallentemperaturen von 21 bis 24 Grad und Sprechzeit über Stunden hält eine dünne, abgepuderte Grundierung deutlich länger als eine dicke.
Blotting-Papier statt Nachpudern, 2 bis 3 Blatt reichen für einen Messetag. Puder auf einer bereits angelösten Schicht wird fleckig.
Was Hannovers Wasser dazu beiträgt
Die Stadt liegt im mittleren Härtebereich, zwischen 8,4 und 14 °dH. Für die Messewoche heißt das: Wer im Hotel wohnt und aus einer Stadt mit weichem Wasser kommt, braucht dort etwas mehr Produkt als zu Hause.
Praktikabel ist die Regel wenig Produkt, lange spülen. Sie funktioniert in jedem Härtebereich ausreichend gut und verhindert das Überdosieren, das nach einer Woche auf trockener Haut deutlich spürbar wird.
Die Tage danach
2 bis 3 Tage nur reinigen und pflegen. Danach ist die Barriere wieder belastbar, und erst dann sind Behandlungen oder Wirkstoffe sinnvoll.
Wer eine Gesichtsbehandlung plant, legt sie auf die Woche nach der Messe. Vorher gebucht bringt sie weniger, weil die Wirkung in den Hallentagen sofort wieder aufgezehrt wird.
Häufige Fragen
Warum ist die Luft in Messehallen so trocken?
Weil große Hallenvolumen beheizt oder gekühlt werden und die Luft dabei umgewälzt wird, ohne dass Feuchtigkeit zugeführt wird. Werte unter 30 Prozent relativer Feuchte sind üblich, während 40 bis 60 Prozent der Zielbereich wären.
Was passiert mit der Haut über mehrere Tage?
Sie verliert schneller Wasser, als sie nachliefern kann. Nach 2 bis 3 Tagen zeigen sich Spannungsgefühl, feine Linien und ein fahler Ton, auch bei Haut, die sonst unauffällig ist.
Hilft eine reichhaltigere Creme?
Als Abdichtung ja, aber sie bringt kein Wasser mit. Sinnvoll ist erst ein wasserbindender Stoff auf die feuchte Haut, darüber eine Schicht, die den Verlust bremst.
Was ist mit den Lippen?
Sie sind zuerst betroffen, weil sie keine Talgdrüsen haben. Ein Stift mit hohem Wachsanteil alle 1 bis 2 Stunden ist auf dem Messegelände keine Übertreibung.
Und die Augen?
Trockene Luft plus Kontaktlinsen ist die häufigste Beschwerde. Wer Linsen trägt, sollte die Tragezeit auf dem Messegelände um 2 bis 3 Stunden kürzen oder auf Brille wechseln.
Quellen
- Umweltbundesamt: Innenraumluft: Zielwerte für Luftfeuchte in Innenräumen
- Deutsche Messe Hannover: Hallenflächen und Veranstaltungsdauer
- BfR: Kosmetische Mittel: Bewertung von Pflegeprodukten



